Konstruktiv ähnlich der Blockrandbebauung aus gleicher Zeit, aber meist noch reicher verziert, findet man freistehende historische Gebäude in den Villenvierteln vor. Sie sind meist zwei- bis dreigeschossig und besitzen großzügige Erker und Balkone. Die Geschosse sind tendenziell höher als in der zuvor beschriebenen Typologie. Das Dach ist oft als aufwendiges Mansard- und Walmdach mit Zwerchhaus, Gauben oder auch (Eck-)Türmchen ausgeführt. Häufig sind alle vier Seiten des Gebäudes aufwendiger gestaltet und sichtbar, obgleich meist eine Seite als Hauptfassade deutlich zu erkennen ist.

 
Bei freistehenden Wohnhäusern sind häufig alle vier Fassaden aufgrund ihres Denkmalwertes geschützt. (Abb. 10 / Sanierte Villa in der Schellingstraße © Stadt Wiesbaden (Fotograf: Thomas Eiken))


Energetische Bewertung Villen

Villen weisen ähnliche Qualitäten wie die Blockrandbebauung auf, jdeoch mit einigen Unterschieden:

  • Geringere Kompaktheit: Die freistehenden Villen sind aufgrund ihrer oft komplizierteren Fassadenflächen und des geringeren Volumens weniger kompakt und weisen damit tendenziell höhere Energieverluste auf.
  • Erschwerte Fassadendämmung: Großzügige Terrassen, Balkone und Vordächer erschweren die Dämmung der Außenfassade und führen zu Wärmebrücken (siehe Kapitel Außenwand).
  • Alternative Anlagentechnik: Ein Austausch sowie die Optimierung der Anlagentechnik ist gut möglich. Die Wärme des Erdreiches als erneuerbare Energiequelle ist einfacher nutzbar (siehe Kapitel Heizung.

Villenviertel (Abb. 14 © ESWE Versorgungs AG (Fotograf: Grandpierre Design, Idstein))
Villenviertel (Abb. 14 © ESWE Versorgungs AG (Fotograf: Grandpierre Design, Idstein))