Aus rein energetisch-bauphysikalischer Sicht empfiehlt sich eine außenseitige Dämmung. Sie ist als durchgehende Dämmschicht ohne Wärmebrücken durch angrenzende Innenwände, Decken oder Installationen möglich. Die Wand steht dem Innenraum weiterhin als Speichermasse zur Verfügung und bleibt warm, wodurch die Bildung von Tauwasser vermieden wird und sich ein ausgewogeneres Raumklima einstellt. In der Regel ist eine Außendämmung aufgrund weniger Bauteilanschlüsse technisch einfacher durchzuführen und daher preiswerter als eine Innendämmung. Zudem geht im Gegensatz zur Innendämmung kein Wohnraum verloren. Die Außendämmung kann auch im bewohnten Zustand erfolgen. Kritisch zu prüfen ist die Denkmalverträglichkeit, damit sich das äußere Bild hinsichtlich Proportionen, Gestaltung und Anschlüsse an Dach und Fenster nicht verändert.

 Abb. 40 / Außendämmung einer denkmalgeschützten Fassade © Hild und K Architekten (Fotograf: Michael Heinric
Abb. 40 / Außendämmung einer denkmalgeschützten Fassade
© Hild und K Architekten (Fotograf: Michael Heinrich)

Wärmedämmverbundsystem (WDVS):

Wärmedämmverbundsysteme, bestehend aus einer Dämmstoffebene und einem Außenputz, sind derzeit die häufigste Art der Fassadendämmung. Insbesondere bei denkmalpflegerisch weniger sensiblen Fassadenteilen wie Brandwänden und Innenhofseiten kann auf diese Lösung zurückgegriffen werden. Wärmebrücken an Fensterlaibungen, Gesimsen und anderen Dekorationselementen sind dabei zu vermeiden, da insbesondere bei großen Dämmstärken das Temperaturgefälle von Regelbauteil zur Wärmebrücke sehr hoch ist und die negativen Auswirkungen deutlicher zu Tage treten (siehe Kapitel Feuchteschutz).

 

Hinterlüftete Vorsatzschale:

Ist die Bekleidung einer Außenwand erhaltenswert, wie häufig bei historischen Schiefer- oder Holzbekleidungen, kann diese abgebaut, eine Dämmschicht eingebaut und die Bekleidung wieder montiert werden. Dies bietet sich insbesondere an, wenn die Bekleidung ohnehin saniert oder erneuert werden muss. Auch die Rekonstruktion einer dokumentierten, jedoch nicht mehr vorhandenen Bekleidung verbunden mit einer Dämmung kann mit der Denkmalbehörde vereinbart werden. So kann zusätzlich ein guter Witterungsschutz gewährleistet werden.

 

Außendämmung Wärmedämmputz:

Am ehesten vereinbar mit den Belangen des Denkmalschutzes ist die Außendämmung mit Wärmedämmputzen, weil die äußere Gestalt weitgehend erhalten bleibt. Die Putze haben eine niedrigere Wärmeleitung als normale Putze und können dicker aufgetragen werden. Allerdings ist die Dämmwirkung verglichen mit anderen Dämmstoffen wie zum Beispiel Steinwolle geringer. Die Kombination mit einer Innendämmung kann jedoch den Dämmwert der Wand weiter erhöhen.