Eine denkmalpflegerisch wünschenswerte und mitunter kostengünstige Möglichkeit ist die handwerkliche Reparatur und Ertüchtigung des bestehenden Fensters und der Erhalt seines Erscheinungsbildes. So ist es möglich, eine Dichtung durch Einfräsen nachzurüsten. Die bestehende Verglasung kann oft durch eine Isolierverglasung ersetzt werden, sofern die Rahmenstärke dies zulässt und der Rahmen und die Beschläge das zusätzliche Gewicht tragen können. Gegebenenfalls ist eine innenseitige Verstärkung der Rahmen erforderlich. Bei guter Pflege können Holzfenster mehrere Jahrhunderte lang ihre Funktion erfüllen, wie zahlreiche Beispiele belegen.
Ergänzend können der Einbau und die Nutzung von Fensterläden energetisch wirksam werden, sofern denkmalpflegerisch nichts dagegen steht.

Instandsetzung Denkmalpflegerisch wünschenswert sind der Erhalt und die Instandsetzung historischer Fenster durch Nachrüstung einer Dichtung und eines Scheibenaustauschs. (Abb. 51 /  Restaurierung eines historischen Fensters © Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW))
Instandsetzung Denkmalpflegerisch wünschenswert sind der Erhalt und die Instandsetzung historischer Fenster durch Nachrüstung einer Dichtung und eines Scheibenaustauschs. (Abb. 51 /  Restaurierung eines historischen Fensters © Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)) 


Beim Fensteraustausch zu beachten

Ein unsachgemäßer Fensteraustausch birgt bauphysikalische Risiken, insbesondere, wenn die Außenwand ungedämmt bleibt. Während im unsanierten Altbau der Wasserdampf an der Fensterscheibe als kältestem Bauteil kondensiert, kann bei einer Sanierung mit hochwertigen Fenstern das Mauerwerk zum kältesten Bauteil werden. Die Luftfeuchtigkeit kondensiert dann an der Wand und kann zu Durchfeuchtung und Schimmelbildung führen. Das Problem kann dadurch gelöst werden, dass das Fenster stets einen geringeren Dämmwert als die umliegende Wand besitzt. Es ist daher notwendig, die Dämmqualität der angrenzenden Bauteile durch einen Fachmann beurteilen zu lassen und das Fenster darauf abzustimmen.

Die Übergänge von Fenster zu Wand sind bei der Sanierung der Fenster sorgfältig zu planen. Wärmebrücken durch punktuelle Schwächungen der Dämmebene oder undichte Fugen führen nicht nur zu einem Wärmeverlust, sondern senken auch die Oberflächentemperatur an der betreffenden Stelle. Tauwasser und Schimmel sind die Folge. Dieser Problematik ist jedoch durch die Dämmung der Laibung und einen luftdichten Anschluss beizukommen. Hierzu ist im Vorfeld die Dämmqualität der Wand zu ermitteln.