Wie ist meine Bestandsanlage zu bewerten?

Welche Anlagentechnik für Ihr Gebäude und Ihre Bedürfnisse optimal ist, hängt von vielen Faktoren ab. Eine eingehende Untersuchung sowohl der Gebäudehülle als auch der Anlagentechnik für Heizung und Warmwasser hilft Ihnen dabei, alle Potenziale auszuschöpfen, Alternativen zu finden und eine nachhaltige Entscheidung zu treffen.

Die Bestandstechnik in denkmalgeschützten Gebäuden ist vielfältig. Steigende Komfortansprüche führten bereits in den 1970er und 1980er Jahren zum Austausch der alten Einzelöfen durch damals übliche gebäudezentrale, gas- oder ölbetriebene Konstant- und Niedertemperaturkessel. Im Geschosswohnungsbau finden sich zudem wohnungszentrale Gasthermen. In den 1990er Jahren wurden zunehmend Brennwertkessel verbaut, während erneuerbare Energien eher zu den Ausnahmen gehörten, seien es Holzpelletöfen, Solarthermieanlagen oder Wärmepumpen. Nach Bedarf wurden vereinzelt Heizkörper oder deren Ventile erneuert und Heizleitungen gedämmt.

Bei der schrittweisen Modernisierung wurde die Anlage in den wenigsten Fällen auf die geänderte Situation eingestellt und entsprechend dem tatsächlichen Bedarf geregelt. Dabei kann eine bedarfsgerechte Regelung den Energieverbrauch bereits um bis zu zehn Prozent senken. Dies ist mit geringen Investitionen verbunden.
 


 

 Preisentwicklung unterschiedlicher Energieträger (Abb. 69 © ina Planungsgesellschaft mbH)
Preisentwicklung unterschiedlicher Energieträger
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Abb. 69 © ina Planungsgesellschaft mbH)
 

Beispielhafte Kosten für die Heizungserneuerung

1. Freistehendes Haus im unsanierten Zustand (200 qm Wohnfläche, 2 Vollgeschoße, 3 Wohnungen, Baujahr 1900, Dach voll beheizt, Keller unbeheizt, Isolierverglasung, Holzrahmen, 1985):
• Heizung ohne Solar: 10.000 €
• Heizung mit Solar (TWW*): 16.000 €

2. Freistehendes Haus im unsanierten Zustand (400 qm Wohnfläche, 2 Vollgeschoße, 5 Wohnungen, Baujahr 1900, Dach voll beheizt, Keller unbeheizt, Isolierverglasung, Holzrahmen, 1985):
• Heizung ohne Solar: 14.000 €
• Heizung mit Solar (TWW*): 24.000 €

Siehe auch Kapitel Sanierungskosten und Einsparungen.
(*TWW = Trinkwarmwasser)