Austausch des Heizungskessels

Der Austausch des Heizkessels gegen einen effizienteren ist mit relativ überschaubarem Aufwand verbunden.

Ein Brennwertkessel ist die derzeit effizienteste Kesselart und bietet die Möglichkeit, die Kondensationswärme der feuchten Abgasluft auszunutzen und so den Energiebedarf bereits um bis zu 20 Prozent zu senken (Quelle: Klimaschutzagentur Wiesbaden e.V.) . Lediglich der Schornstein muss an die niedrigere Abgastemperatur angepasst werden.

 

Brennstoffwechsel im Zuge des Kesseltausches

Ein Brennstoffwechsel kann ebenfalls in Erwägung gezogen werden. Bei der Umstellung von Heizöl auf Erdgas können häufig höhere Wirkungsgrade erzielt werden, der Raum für den Lagertank kann anderweitig genutzt werden.

Holzpellets als regenerative Energieträger können ebenfalls in Brennwertkesseln verfeuert werden. Pellets werden hauptsächlich aus Sägerestholz hergestellt, das sichert eine effiziente und ressourcenschonende Ausnutzung des Rohstoffs. Zudem wird bei der Verbrennung kein zusätzliches Kohlendioxid (CO2) in die Atmosphäre eingetragen, da lediglich das zuvor beim Pflanzenwachstum aus der Atmosphäre entzogene CO2 wieder freigesetzt wird. Weitere CO2-Emissionen entstehen nur durch die Verarbeitung des Rohstoffs und die Lieferung der Pellets. Der nachwachsende Rohstoff wies im Vergleich zu Öl und Gas die geringste durchschnittliche Preissteigerung der vergangenen zehn Jahre auf.  
 

Abb. 68 / Historischer Schornsteinkopf © Sabine Gabriel-Stahl, Detmold
Historischer Schornsteinkopf (Abb. 68 © Sabine Gabriel-Stahl, Detmold)


 

Heizung - zentral oder dezentral?


In gründerzeitlichen Mehrfamilienhäusern stellt sich die Frage, ob eine dezentrale Wärmeerzeugung in jeder Wohnung beibehalten wird, oder ob das gesamte Gebäude zentral beheizt werden soll.

Der Vorteil der dezentralen Heizung besteht darin, dass eine Verbrauchsabrechnung relativ einfach möglich ist. In der Praxis handeln die Nutzer oft bewusster bei Nutzung einer Gasetagenheizung, die ihrer direkten Kontrolle (und ihrem Geldbeutel) unterliegt, womit eine Senkung des Energieverbrauchs einhergehen kann. Zudem kann die Modernisierung der Anlagentechnik Schritt für Schritt bei einem Mieterwechsel erfolgen kann.

Große zentrale Wärmeerzeuger weisen hingegen bessere Wirkungsgrade auf. Andere Wärmeerzeuger, wie beispielsweise Blockheizkraftwerke oder Solarthermie-Anlagen, lohnen sich erst bei zentralen Anlagen. Zudem sind in der Regel die Investitions-, Wartungs- und Instandhaltungskosten mehrerer kleiner Anlagen höher.

Zentrale Anlagen weisen jedoch aufgrund des längeren Leitungsnetzes besonders bei ungedämmten Heizungsrohen hohe Verteilverluste auf. Die Umrüstung auf eine zentrale Anlage erfordert das Verlegen neuer Heizleitungen und damit einen Eingriff in die Bausubstanz. Die Verlegung vor der Wand in Sockelleisten und hinter Vorsatzschalen und abgehängten Decken ist meist möglich. Vor einer Verlegung in der Wand ist zu prüfen, ob dies statisch, konstruktiv und hinsichtlich des Denkmalschutzes verträglich ist. Für die vertikale Anbindung bieten sich in der Regel nicht mehr genutzte Kaminzüge an.

Ob also eine Heizung zentral oder dezentral erfolgen sollte und ob sich die Umrüstung lohnt, hängt von vielen Rahmenbedingungen ab und muss im Einzelfall geprüft werden.