Solarenergie hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einem der gängigsten Konzepte für die gebäudenahe Nutzung erneuerbarer Energien entwickelt. Die Energie selbst steht kostenfrei und vor Ort zur Verfügung. Investitions- und Wartungskosten werden durch die Energiekosteneinsparung wieder eingespielt. Im Fall der Photovoltaik kann überschüssiger Strom sogar veräußert werden. Im Gegensatz zu ständig schwankenden Öl- und Erdgaspreisen stehen die Kosten und der Nutzen bereits zu Beginn fest.

Solarenergie auf dem Denkmal wird kontrovers diskutiert. Wollen wir das? (Abb. 75 © Solarwatt GmbH)
Solarenergie auf dem Denkmal wird kontrovers diskutiert. Wollen wir das?
(Abb. 75 © Solarwatt GmbH)


Bedenken, dass Photovoltaik- und solarthermische Anlagen nicht mit dem Denkmalschutz vereinbar sind, sind jedoch nur zum Teil berechtigt. Die Machbarkeit richtet sich maßgeblich nach der Art des Denkmals und der für die Solarnutzung infrage kommende Fläche. Während Anlagen auf der Straßenfassade eines Einzeldenkmals selten mit dem Denkmalschutz vereinbar sind, können Solaranlagen auf weniger bedeutsamen Dachflächen eines Gebäudes als Teil einer Gesamtanlage durchaus genehmigungsfähig sein, wie beispielsweise auf hofseitigen Flächen von Blockrandbebauungen oder Dächern von Anbauten. Einige Hersteller bieten Anlagen an, die mit dezenter Gestaltung auch die Integration in repräsentative Dachflächen zulassen und sich harmonisch in die Gesamterscheinung einfügen.
Neben der Denkmalverträglichkeit muss auch die solare Einstrahlung ausreichend sein – also eine möglichst südorientierte, geneigte Dachfläche. Erste Auskunft über das Einstrahlungspotenzial bietet das Wiesbadener Solarkataster, welches für eine Vielzahl von Gebäuden in Wiesbaden eine Grobeinschätzung des Solarpotenzials aufweist. Ob sich eine Solaranlage letztendlich anbietet, hängt von weiteren Faktoren ab wie dem Kollektortyp, der Einbausituation, dem eigenen Energiebedarf und der vorhandenen Gebäudetechnik. Bei der Planung muss in jedem Falle auch die Dachkonstruktion und deren Zustand bewertet werden. So bietet sich die Integration einer Solaranlage an, wenn ohnehin die Dachhaut erneuert werden muss.

Photovoltaik – kostenfrei und unbegrenzt?

Photovoltaik bietet die Möglichkeit, den Strombedarf des Gebäudes über Solarenergie selbst zu decken. Der überzählige Stromertrag kann zudem in das allgemeine Stromnetz eingespeist werden und wird über die EEG-Umlage vergütet. Photovoltaikanlagen können sich innerhalb von 10 bis 15 Jahren amortisieren und danach sogar Gewinn abwerfen. Voraussetzung ist neben einer optimalen Ausrichtung auch ein hoher Eigennutzungsanteil, da die Einspeisevergütung deutlich unter dem aktuellen Strompreis liegt. Durch neue Speichertechnologien und nach dem Solarstromangebot gesteuerte Stromverbraucher kann der Eigennutzungsanteil erhöht werden.

Solarthermie - macht das Sinn?

Solarthermieanlagen können sowohl zur Heizungsunterstützung als auch zur Erwärmung des Trinkwarmwassers eingesetzt werden. Betrachtet man den Wärmebedarf, wird klar, dass der hohe Heizwärmebedarf im Winter nur unzureichend vom geringeren winterlichen Sonnenangebot gedeckt werden kann. Während im Sommer genügend solare Wärme vorhanden ist, wird im Gebäude nur das warme Wasser benötigt. In den Übergangszeiten kann die Solarthermie jedoch zur Bereitstellung von Heizwär-me und Warmwasser dienen. All dies führt zu solaren Deckungsraten von über 50 Prozent für Warmwasser und bis zu 25 Prozent für Warmwasser und Heizung im Jahr. Erfahrungsgemäß kann der Heizkessel in den Sommer-monaten komplett ausgeschaltet werden. So werden die Anlagenverluste und der Hilfsstrombedarf gesenkt.


Das Solarkataster der Stadt Wiesbaden

Mit dem Solarkataster der Landeshauptstadt Wiesbaden wissen Hausbesitzer mit wenigen Klicks, ob die Dachfläche ihres Hauses für eine Solarstromanlage (Photovoltaik)oder einen Sonnenkollektor für die Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung geeignet ist.

Link: www.wiesbaden.de/leben-in-wiesbaden/umwelt/energie/solarkataster.php

Wer eine Solaranlage auf einem denkmalgeschützten Gebäude oder in einer geschützten Gesamtanlage errichten möchte, benötigt die Zustimmung der Unteren Denkmalschutzbehörde. Die Untere Denkmalschutzbehörde berät Sie hierzu gerne.

Das Solarkataster der Stadt Wiesbaden  (Abb. 76 © Stadt Wiesbaden)
Das Solarkataster der Stadt Wiesbaden (Abb. 76 © Stadt Wiesbaden)

Photovoltaik oder Solarthermie?

Eine Studie der Hochschule Bremen hat den Endenergieertrag einer solarthermischen Anlage mit dem einer Photovoltaikanlage gemeinsam untersucht. „Die Untersuchungen zeigen, dass bei gleichen Solarflächen die Investitionskosten ähnlich sind, allerdings lässt sich mit der solarelektrischen Variante deutlich mehr Energie einsparen. Dadurch ist diese Variante – auch ohne Förderung – wirtschaftlich interessanter.“

Betrachtet wurden hier jedoch lediglich die Erträge. Ob für den Ertrag auch ein entsprechender Bedarf im Gebäude besteht oder die Energie ungenutzt bleibt, und ob die Anlagen baulich und anlagentechnisch integriert werden können, ist am konkreten Gebäude zu prüfen und dahingehend ein angepasstes Anlagenkonzept zu erstellen.