Planungs- und Baukosten für die energetische Ertüchtigung von denkmalgeschützten Gebäuden können über eine Vielzahl an Programmen, über Zuschüsse oder zinsgünstige Darlehen gefördert werden.

Online-Plattform des Umweltamtes

Mit der Online-Plattform "Energie­förderung" bietet das Umweltamt einen umfassenden Wegweiser durch die Vielzahl der Förder­programme. Mit wenigen "Klicks" lassen sich alle Programme der EU, des Bundes, der Länder, der Kommunen und der Energie­versorger aufrufen.

Link: http://www.wiesbaden.de/leben-in-wiesbaden/umwelt/energie/foerderprogramme-energieeinsparung.php

Förderkompass Hessen

Einen Überblick bietet der Förderkompass der Hessischen Landesregierung. Der Förderkompass listet für die abgefragten Maßnahmen die aktuell gültigen Förderprogramme des Bundes, des Landes, der Kommunen und anderer Fördergeber (zum Beispiel örtliche Energieversorger) auf.

Link: www.energieland.hessen.de/foerderkompass

Da diese Programme teilweise in kurzen Zeitabständen aktualisiert und geändert werden, können hier keine verlässlichen Aussagen zu den konkreten Förderbedingungen getroffen werden. Im Folgenden wollen wir Ihnen jedoch zumindest einige für Wiesbaden gültige Förderprogramme kurz vorstellen.

Förderprogramm „Energieeffizient Sanieren“ der Landeshauptstadt Wiesbaden

Durch Investitionszuschüsse werden gezielt Einzelmaßnahmen zur Wärmedämmung, Heizungsoptimierung und solaren Wärmenutzung gefördert. Förderberechtigt sind private Eigentümer und Mieter.

Link: www.wiesbaden.de/leben-in-wiesbaden/umwelt/energie/energieeffizient-sanieren.php

ESWE Innovations- und Klimaschutzfonds

Dieser Fonds fördert energetische Gebäudesanierungen zur CO2-Reduzierung in Form von Zuschüssen – von der Kombination von Einzelmaßnahmen bis hin zur umfassenden Sanierung großer Liegenschaften. Er bietet auch ein gesondertes Programm für denkmalgeschützte Gebäude. Mehrere Praxisbeispiele in diesem Leitfaden wurden durch diesen Fonds gefördert.

Link: www.eswe-versorgung.de/umweltschutz/ leistungen/innovations-klimaschutzfonds/

KfW – Kreditanstalt für Wiederaufbau

Die KfW stellt im Rahmen der Bundesförderung für energieeffizientes Sanieren zinsgünstige Darlehen und Zuschüsse zur Verfügung. Hierbei können Einzelmaßnahmen sowie umfassende Sanierungskonzepte zu den so genannten KfW-Effizienzhäusern gefördert werden. Seit April 2012 besteht ein spezielles Programm für die energetische Sanierung denkmalgeschützter Gebäude „KfW-Effizienzhaus Denkmal“. Werden Fördermittel der KfW in Anspruch genommen, ist eine Fachbauleitung vorgeschrieben.

Link: www.kfw.de

Bafa - Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle

Das BAFA fördert unterschiedliche Formen von Anlagentechnik, wie zum Beispiel Solarthermieanlagen, Biomasseanlagen, Blockheizkraftwerke oder Wärmepumpen ebenso wie die Energiesparberatung (Vor-Ort-Beratung) durch Zuschüsse.

Link: www.bafa.de

Darüber hinaus gibt es in begrenztem Umfang die Möglichkeit, Zuschüsse aus dem Denkmalpflege-Förderprogramm des Landes Hessen, der Landeshauptstadt Wiesbaden und der Erich Haub-Zais-Stiftung für Denkmalpflege zu erhalten. Nähere Auskünfte erteilt die Untere Denkmalschutzbehörde.

Förderungen in der Denkmalpflege

Bitte beachten Sie jedoch, dass bei Förderprogrammen der Antrag vor Auftragsvergabe gestellt und bisweilen bestimmte Förderbedingungen bereits in einer frühen Planungsphase berücksichtigt werden müssen. Die Details finden sich in der jeweiligen Förderrichtlinie.

Steuerliche Förderung

Neben Förderungen durch Zuschüsse und Darlehen können die Investitionen in das Baudenkmal auch steuerlich geltend gemacht werden. Die Inanspruchnahme von steuerlichen Vergünstigungen für Denkmalschutz und Denkmalpflege setzt die Vorlage einer Bescheinigung bei der Finanzbehörde voraus, die von der Denkmalbehörde ausgestellt wird.

Prüf- und Bescheinigungsbehörde für die Sonderabschreibungen für Denkmaleigentümer ist in Wiesbaden die Untere Denkmalschutzbehörde. Die Bescheinigung kann nur für Baudenkmäler und schutzwürdige Kulturgüter im Sinne des Denkmalschutzgesetzes und für Maßnahmen ausgestellt werden, die vor ihrer Durchführung mit der Denkmalschutzbehörde abgestimmt und – soweit erforderlich – auch genehmigt und entsprechend ausgeführt wurden. Die Einhaltung aller Anforderungen des Denkmalschutzes ist dabei eine wichtige Voraussetzung, um die steuerlichen Vergünstigungen für Denkmaleigentümer in Anspruch nehmen zu können.

Nach dem Einkommensteuergesetz können so die Herstellungskosten für Sanierungsmaßnahmen zum Erhalt der Substanz und der sinnvollen Nutzung bescheinigter Baudenkmäler in den ersten sieben Jahren jeweils bis zu neun Prozent und in den folgenden vier Jahren bis zu sieben Prozent von der Einkommensteuer abgesetzt werden. Auch Erhaltungsaufwendungen können steuerlich geltend gemacht werden. Im selbst genutzten Wohneigentum können die Kosten in den ersten sieben Jahren mit neun Prozent als Sonderausgaben geltend gemacht werden.

Daneben können wie in anderen Immobilien auch Handwerkerleistungen für Modernisierungs-, Erhaltungs- oder Renovierungsmaßnahmen im Privathaushalt über den so genannten Handwerkerbonus steuerlich geltend gemacht werden.

Eine ausführliche Beratung zu diesem Thema erhalten Sie bei Ihrem Steuerberater, bei den Finanzbehörden oder bei der Unteren Denkmalschutzbehörde.