Eine pauschale Aussage über (energetische) Sanierungskosten für denkmalgeschützte Gebäude ist schwerlich möglich. Dies liegt an den unterschiedlichen Konstruktionen denkmalgeschützter Gebäude sowie den Anforderungen der erhaltenswerten Bausubstanz mit aufwendigen Bauteilanschlüssen und Ornamenten. All dies hat Einfluss auf die Art der Sanierungsmaßnahmen, die zu wählenden Materialien und erfordert nicht selten die Umsetzung traditioneller Handwerkstechniken.

Gleichwohl ist es für den Leser von großer Bedeutung ein „Gefühl“ zu bekommen, was eine Sanierungsmaßnahme ungefähr kostet und was sie in etwa bringt. Aus diesem Grund gibt es zu jedem Kapitel der Sanierungsmaßnahmen eine Grafik, in der die Investitionskosten den Einsparpotentialen der Maßnahmen gegenübergestellt werden.
 

Genauigkeit der Kosten

Eine stichprobenhafte Auswertung des ESWE Förderprogramms für denkmalgeschützte Gebäude hat ergeben, dass der Fensteraustausch bei zwei unterschiedlichen denkmalgeschützten Gebäuden in Wiesbaden zwischen 500 Euro und 1.000 Euro je Quadratmeter Fensterfläche lag. Eine solche Spanne der Sanierungskosten ist keine Seltenheit im Denkmal. Genau deswegen können diese Grafiken nicht mehr als eine grobe Orientierungshilfe darstellen.

Kostenquellen

Grundlage für die Kostenangaben sind die Studie „Kosten energierelevanter Bau- und Anlagenteile bei der energetischen Modernisierung von Wohngebäuden“, herausgegeben durch das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS), Stand Juli 2012, das Baukostenbuch „Baukosten 2012/13 Band 1: Altbau – Instandsetzung, Sanierung, Modernisierung, Umnutzung“ vom Verlag für Wirtschaft und Verwaltung Hubert Wingen GmbH & Co. KG und eine Auswertung des "ESWE Förderprogramms für denkmalgeschützte Gebäude" durch das Ingenieurbüro Energie & Haus, Darmstadt, von 2014.
Die beiden erstgenannten Kostenquellen beziehen sich in großen Teilen nicht auf die Sanierung denkmalgeschützter Gebäude. Da die Sanierung historischer Bausubstanz, wie oben erläutert, häufig zu höheren Sanierungskosten führt, wird hier ein Kostenrahmen angegeben und für den oberen Bereich der baulichen Maßnahmen dieses Kostenrahmens ein Zuschlag von 100 Prozent gewählt. Erfahrungsgemäß liegen die Sanierungskosten in diesem Bereich, obwohl hin und wieder Abweichungen sowohl nach oben als auch nach unten möglich sind.

Einsparung

Aus der „Bekanntmachung der Regeln zur Datenaufnahme und Datenverwendung im Wohngebäudebestand vom 30. Juli 2009“ vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung werden Mittelwerte für den Wärmeverlust der unsanierten Bauteile ermittelt. Diese werden den geschätzten Wärmeverlusten der Bauteile nach der Sanierung gegenübergestellt. Damit kann der Kostenaufwand mit den unterschiedlichen Wärmeverlusten verglichen und somit die Energieeinsparung abgelesen werden.