Im Haushalt werden große Mengen Wasserdampf durch Kochen, Duschen, Wäschetrocknen und den Nutzer selbst produziert. Er wird von der Raumluft aufgenommen und muss durch einen angemessenen Luftaustausch abtransportiert werden, sodass die Luftfeuchtigkeit in einem behaglichen Bereich bleibt – bei rund 40-60 Prozent relativer Luftfeuchte. Geschieht dies nicht, schlägt sich an kalten Oberflächen Tauwasser nieder, da die nun kalte Luft den Wasserdampf nicht mehr vollständig binden kann. Zu beobachten ist dies an Glasscheiben, aber auch an den Innenseiten schlecht gedämmter Außenwände und an Wärmebrücken. Bei nicht ausreichender Belüftung der Oberflächen kann sich so Schimmel bilden.

Eine hohe Oberflächentemperatur der Wände und ein ausreichender Luftwechsel vermeiden diese Schäden. Der Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2 gewährleistet unter Normalbedingungen eine Minimaltemperatur von circa 12,6 °C an der Oberfläche von Außenbauteilen. Ein Mindestluftwechsel zur Feuchteabfuhr wird durch die DIN 1946 geregelt. Auch im Baudenkmal gelten diese Grundregeln, um Bauschäden zu vermeiden und zu einem gesunden und behaglichen Wohnklima beizutragen.

Neben Oberflächentemperatur und Belüftung hat auch die Materialität der Innenoberfläche einen entscheidenden Einfluss auf die Bildung von Tauwasser und Schimmelpilz. Kapillaraktive, feuchteregulierende Putze und Dämmplatten nehmen entstehende Feuchtigkeit auf, verteilen diese in der Fläche und geben sie zeitverzögert wieder ab. Dadurch wird übermäßige Feuchte an der Oberfläche vermieden. Hydrophobe, also wasserabweisende Materialien vermeiden das Eindringen von Tauwasser, ohne das Austrocknen des Bauteils zum Innenraum hin zu behindern. Andere Stoffe, wie kalkbasierende Putze und Bauplatten, sind zusätzlich leicht alkalisch und beugen so der Schimmelbildung vor.