Meist fallen Heizungen unerwartet im Winter aus. Dann muss schnell gehandelt werden und die Zeit zur Abwägung verschiedener Optionen ist nicht vorhanden. Daher sind Sie gut beraten, frühzeitig zu klären, ob, wann und in welcher Form eine Modernisierung notwendig oder wirtschaftlich sinnvoll ist, auch wenn der alte Heizkessel noch einige Zeit laufen würde. Eine erste Einschätzung kann Ihnen Ihr Schornsteinfeger oder Heizungsbauer geben.

Eine fachmännische Analyse betrachtet und bewertet darüber hinaus die Bestandsanlage nicht nur hinsichtlich der Energieeffizienz und des Schadstoffausstoßes der Komponenten und des Gesamtsystems, der laufenden Energie- und Wartungskosten sowie der zu erwartenden Restlebensdauer. Auch Möglichkeiten zur Senkung des Wärmebedarfs, die Potenziale für alternative Anlagensysteme, vorhandene Gas- oder Fernwärmeanschlüsse, das Solarpotenzial der Dachflächen und zur Verfügung stehende Umweltenergien werden untersucht. Das angestrebte Konzept wird der Bestandsanlage im Rahmen einer Wirtschaftlichkeitsbetrachtung gegenübergestellt, welche sowohl die Investition, die laufenden und zukünftigen Energie- sowie Wartungskosten als auch die zu erwartende Lebensdauer berücksichtigt. Auf dieser Grundlage können Sie Ihre Sanierungsentscheidung treffen.
Hilfestellung erhalten Sie von erfahrenen Architekten, Ingenieuren und Handwerkern, allen voran die "Energieberater im Baudenkmal" (siehe Kapitel Beratung und Ansprechpartner).

Die Anlagentechnik jedes Gebäudes und ihre Optimierungsmöglichkeiten sind individuell, sodass es keine pauschalen Lösungsansätze gibt. Um Ihnen jedoch bereits jetzt eine grobe Einschätzung Ihrer Anlage zu ermöglichen, können Sie im Folgenden grundlegende „Prinzipien“ zur Anlagentechnik erfahren.

Allgemein können folgende Indizien für einen Austausch des Kessels sprechen:

  • Defekte/zu erwartender Ausfall der Bestandsanlage
  • Veraltete Heiztechnik, zum Beispiel Konstanttemperaturkessel
  • Veränderung des Heizwärmebedarfs, zum Beispiel durch Gebäudedämmung, Wohnraumerweiterung
  • Geplante Deckung weiterer Wärmebedarfe
  • Verfügbarkeit anderer Energiequellen, zum Beispiel Fernwärme, Solarenergie, Erdwärme


Ab 2015 sind zudem Heizungsanlagen, die älter als 30 Jahre sind, auszutauschen. Details können dem § 10 der Energieeinsparverordnung 2014 entnommen werden.