Das frühere Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (heute: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit) formuliert in seinem „Leitfaden Nachhaltiges Bauen“, dass die Belange von Denkmalschutz und Energieeffizienz gleichberechtigt sind. Eine ganzheitliche Betrachtung aller Bereiche ermöglicht verantwortungsvolles Handeln am Bau. Denkmalschutz und energetische Sanierung schließen sich nicht gegenseitig aus, sondern sind Bestandteile des übergeordneten Ziels, Gebäude nachhaltig zu bauen und zu betreiben.

Denkmalschutz und Denkmalpflege sichern und fördern den Erhalt des baulichen Erbes und machen somit auch die zum Bau verwendeten Ressourcen weiterhin nutzbar. Damit tragen sie auch zur Ressourcenschonung bei.

Das Denkmalschutzgesetz verpflichtet Eigentümer zur sachgemäßen Behandlung und zur Erhaltung der Bau­substanz. Eingriffe in ein Baudenkmal sind auf das Notwendige zu beschränken. Erst wenn eine Reparatur nach Prüfung aller Möglichkeiten nicht mehr darstellbar ist, kann der Austausch von Denkmalsubstanz vertretbar sein.

In der Regel sind für den Bau heute denkmalgeschützter Gebäude ökologisch einwandfreie Materialien wie Holz, Stroh, Lehm, Sand und Naturstein verwendet worden. Diese und die handwerklichen Methoden ihres Einbaus sollten bei der Sanierung wieder eingesetzt werden. Wenn der Einsatz traditioneller Materialien und Techniken zur Instandsetzung des Bestandes nicht möglich ist, können in angemessenem Umfang moderne Konservierungs-, Konstruktions- und Reparaturtechniken angewandt werden, sofern sich diese mit dem Denkmalbestand vertragen.

Die energetische Sanierung im Denkmal senkt dessen Energieverbrauch und gewährleistet damit einen verantwortungsvollen Umgang mit energetischen und finanziellen Ressourcen. Sie trägt zum Substanzerhalt und damit zur Langlebigkeit der Immobilie bei.


Energieeinsparverordnung

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) gibt Werte für das zu erreichende Niveau der Energieeffizienz nach einer energetischen Ertüchtigung vor. Für Kulturdenkmäler und sonstige erhaltenswerte Bauwerke sieht § 24 der EnEV Ausnahmen von diesen Forderungen vor. Sie können geltend gemacht werden, wenn Denkmalsubstanz oder Erscheinungsbild durch energetische Maßnahmen beeinträchtigt würden. Einen Antrag hierzu ist bei dem Bauaufsichtsamt der Stadt Wiesbaden zu stellen. Zudem muss für Baudenkmäler bei Verkauf oder Vermietung gemäß § 16 der EnEV kein Energieausweis vorgelegt werden. Die Berechnungsverfahren der EnEV sind dennoch sinnvoll, um den Bestand und die gewünschten Maßnahmen energetisch zu bewerten.Baudenkmäler sind gemäß § 2 der EnEV nach Landesrecht geschützte Gebäude oder Gebäudemehrheiten.
 

Denkmalschutzgesetz

Dieses Gesetz schreibt unter anderem vor, dass auch die Umgestaltung oder Instandsetzung eines Kulturdenkmales einer Genehmigung bedarf. Dies gilt sowohl für Einzeldenkmale als auch für Gesamtanlagen (Ensembleschutz). Darüber hinaus ist sogar eine Genehmigung erforderlich, wenn „in der Umgebung eines unbeweglichen Kulturdenkmals Anlagen“ errichtet, verändert oder beseitigt werden sollen, wenn sich „dies auf den Stand oder das Erscheinungsbild des Kulturdenkmales auswirken kann“. Die Denkmalschutzbehörde hat dabei „sowohl private als auch öffentliche Interessen des Klima- und Ressourcenschutzes sowie den Grad der Schutzwürdigkeit der Denkmäler in angemessener Weise zu berücksichtigen.“