Die Dämmung des oberen Gebäudeabschlusses ist eine der wirkungsvollsten Dämmmaßnahmen zur energetischen Ertüchtigung denkmalgeschützter Gebäude. Ein Großteil der Wärme geht über ungedämmte Dachflächen verloren. Hohe Lüftungswärmeverluste entstehen aufgrund undichter Bauteilfugen und rissigem Putz sowie einer fehlenden luftdichtenden Ebene im Dachraum und Dachaufgängen ohne Dichtung. Die Eingriffe in die Bausubstanz und der Eingriff in die Gestalt des Denkmals sind geringer als bei einer Fassadendämmung. Je nach Art der Konstruktion und Wert des Gebäudes als Denkmal ergeben sich unterschiedliche Möglichkeiten, den Wärmeschutz des Daches zu erhöhen. Möglich ist eine Dämmung
 

Die Dachgeschosse vieler historischer Gebäude in Wiesbaden wurden schon bei ihrer Errichtung für Wohnzwecke ausgebaut. Lediglich der verbleibende Spitzboden oberhalb der Kehlbalkendecke blieb kalter Dachraum. Um die aufwendig gestalteten Details der Dachanschlüsse und der Dachaufbauten zu erhalten, sollte die Dämmung von der Innenseite aus zwischen den Sparren und gegebenenfalls zusätzlich unterhalb der Sparren erfolgen.

Bei Fachwerkbauten sind die Dächer schlichter gestaltet, meist ohne aufwendige Gesimse und mit wenigen Aufbauten. Eine Dämmung zwischen den Sparren kann daher mit einer Dämmung oberhalb der Sparren ergänzt werden. Bei Objekten, deren Dachwerk als Zeugnis bauzeitlicher Handwerkskunst erhaltenswert ist, bleibt häufig nur die Option, den Dachraum unbeheizt zu belassen und die Dämmung der obersten Geschossdecke vorzusehen.

Vor einer energetischen Sanierung sollte das Dachwerk auf Schäden, insbesondere der Fußpunkte und Balkenköpfe, geprüft werden. 

 Maßnahmen im Vergleich Durch die Dämmung von unsanierten Dächern können deren Wärmeverluste um bis zu 80 Prozent reduziert werden. Die Lage der Dämmschicht hat dabei keinen Einfluss auf den Einspareffekt. Auch die Investitionskosten unterscheiden sich zwischen den verschiedenen Dämmmaßnahmen nicht wesentlich (siehe auch Kapitel Sanierungskosten und Einsparungen). (Abb. 26 / Oberer Gebäudeabschluss – Dämmwirkung und Investitionskosten im Vergleich ©     ina Planungsgesellschaft mbH )
Maßnahmen im Vergleich
Durch die Dämmung von unsanierten Dächern können deren Wärmeverluste um bis zu 80 Prozent reduziert werden. Die Lage der Dämmschicht hat dabei keinen Einfluss auf den Einspareffekt. Auch die Investitionskosten unterscheiden sich zwischen den verschiedenen Dämmmaßnahmen nicht wesentlich (siehe auch Kapitel Sanierungskosten und Einsparungen).
(Abb. 26 / Oberer Gebäudeabschluss – Dämmwirkung und Investitionskosten im Vergleich © ina Planungsgesellschaft mbH )


Dämmung zwischen und unter den Sparren

  • Kein Abdecken des Dachs notwendig
  • Einfacher Bauablauf (kein Gerüst,nicht witterungsabhängig)
  • Keine Anpassungen an Dachanschlüsse notwendig
  • Erhalt der äußeren Gestalt
  • Geringere Investitionskosten

empfiehlt sich bei

  • Aufwendigen Dachformen und Dachaufbauten wie Gauben
  • Intakter Dacheindeckung

 

Dämmung zwischen und auf den Sparren

  • Durchgehende Dämmschicht
  • Dämmstärke freier wählbar
  • Dachwerk kann sichtbar gelassen werden
  • Wohnraumhöhe bleibt erhalten
  • Statische Ertüchtigung einfach

empfiehlt sich bei

  • Defekter Dacheindeckung
  • Bereits ausgebauten Dachräumen
  • Begrenzter Raumhöhe im Dachraum

 

Dämmung der obersten Geschossdecke

  • Geringer Aufwand
  • Geringer Eingriff in die Bausubstanz
  • Geringe Investitionskosten
  • Teilweise in Eigenleistung möglich

empfiehlt sich bei

  • Nicht ausgebauten Dachräumen
  • Erhaltenswertem Dachwerk